Stringtett in der Presse

Mit Gypsy-Swing kommt Freude auf

Artikel in der Münsterschen Zeitung vom 28.02.2014 von Klaus-Peter Heß

Stringtett aus Münster glänzt mit neuer CD. Auszüge:

Es ist ihre dritte CD, und es ist ihre beste. Mit „Strings&More“ ist der 60-minütige Silberling des münsterschen Trios Stringtett überschrieben. Und es ist dieses Mehr, was die sauber produziete Jazz-Platte unbedingt hörenswert macht. (…) Acht der 17 Stücke stammen aus der Feder von Achterholt. Eines schöner als das andere. Ein Zeichen dafür, dass sich Stringtett in einem Metier emanzipiert hat, das man vornehmlich mit Musikern der Sinti und Roma in Verbindung bringt. Dass Joscho Stephan gleich zum Auftakt ein herrliches Solo zu der Achterholt-Komposition „Stringtett Swing“ beisteuert, beweist Anerkennung unter Kollegen. Zur rhythmisch-perkussiven Basis der Band und der swingenden Geige von Chistoph König (erklingen) die kristallinen Töne des Super-Solisten. Aber auch die anderen Gastmusiker tragen zum Gelingen eines Projektes bei, das eine Stunde lang „hot“ und flott unterhält. Gyuri Villas bringt mit dem Akkordeon Pariser Flair in die kluge Abfolge von Instrumentals und Songs, bei denen Nadja Großpietsch, Nikola Materne und Kathrin Mander am Mikro stehen. Oder Richard Alexander, der Sacha Distels „Ma premiere guitare“ in perfektem Französisch interpretiert. Klasse! Jan Klare, den meisten Jazzfreunden eher als Saxofonist bekannt, greift zur Querflöte. Er sollte es viel häufiger tun, angesichts seines tollen Solos in „Spanish Fantasy“. Recht ungewöhnlich für den Gypsy-Swing erklingt im Cole-Porter-Stück „You’d be so nice to come home to“ sogar eine Mundharmonika. Gerd Gorke hat’s gewagt, und er gewinnt. So wie die gesamte Produktion, die von drei Gypsy-Swing-Enthusiasten getragen wird, die dem Hörer mit ihrer Musik etwas besonders Wertvolles schenken: Lebensfreude.

Stilbewusstsein und Leidenschaft

Artikel in den Westfälischen Nachrichten vom 26.02.2013 von Annegret Rose

Konzert in Laer am 22.02.2013

Es gibt viele Gruppen, die Django Reinhardt spielen und es gibt das „Stringtett“ aus Münster. Das sind zwei Gitarren und ein Kontrabass nebst einer hinreißenden Stimme. Am Freitagabend waren sie im Laerer Pfarrzentrum zu Gast. In ihrem Flyer wird das bekannte „Stringtett“ so gepriesen: „Es ist unmöglich, der Musik zu lauschen, ohne mit dem Bein zu wippen.“ Tatsächlich, das stimmt. Das ist genau das, was die meisten im Publikum an diesem Abend gemacht haben, wenn sie nicht klatschten. Applaus und Bravo-Rufe gab es reichlich für die beiden Gitarristen Rainer Achterholt und Volker Wendland, Bassist Winfried Bückmann und Sängerin Nadja Großpietsch. Souverän und unprätentiös betreten die drei Münsteraner Instrumentalisten die Bühne, geben kurze, zuweilen witzige Hinweise auf die Liedstücke oder Eigenkompositionen. Dann legen sie los. Es ist ein Musizieren für Liebhaber-Ohren, die genau diese Töne zwischen Gypsy, schrägem Jazz und abwechslungsreichem Swing mögen. Die erste Nummer gehörte Django Reinhardt, dann ging es weiter mit Dorado Schmidt, Sascha Distel und immer wieder mal Django Reinhardt zwischendurch. Zur Freude der Zuhörer. Mit unglaublicher Fingerkunst beherrschen die studierten Musiker ihre Instrumente, die Kraft brauchen. Sie selber wirken dagegen unangestrengt, konzentriert, mit perfektem Stilbewusstsein und Leidenschaft. Das kommt an. Jubel im Parkett. Wie bei der Eigenkomposition „At a quiet moment“ von Rainer Achterholt, die auf seinem Bett beim Biathlon-Gucken entstanden sei, falls man seiner augenzwinkernden Ankündigung trauen darf. Volker Wendland dagegen funktionierte seine Gitarre kurzerhand zum Schlagzeug um, während Winfried Bückmann den Kontrabass kreisen ließ. Als die Sängerin Nadja Großpietsch für „ihre Jungs“ die „Bühne verschönert“, wie Achterholt scherzhaft meinte, steht auch herrliche, alte Filmmusik auf dem Programm. “I can give you anything but love, baby“ oder „Fly me to the moon“ oder aus dem Film „Die Farbe Lila“ eine Interpretation von Quincy Jones „Misses Jones“. Die Interpretationen von Nadja Großpietsch erscheinen durch das herb-süße in ihrer Stimme wie das Prickeln im Champagnerglas. Wie immer: Große Unterhaltung beim Kulturprogramm in Laer.

„Poetische Momente“: Atemberaubende Portion Gypsy-Swing mit Stringtett

Landes-Zeitung, 29.1.2009

Bückeburg (bus). Die Formation „Stringtett“ hat den „Poetischen Momenten“ zu einem fulminanten Start ins Jubiläumsjahr verholfen. Die Gitarristen Rainer Achterholt und Volker Wendland sowie Winfried Bückmann am Kontrabass lieferten in der früheren Landfrauenschule eine atemberaubende Portion Gypsy-Swing ab, die im Auditorium helle Begeisterung hervorrief. Das Trio durfte die Bühne erst nach ungestüm eingeforderten dreistöckigen Zugaben räumen.

Das Gegenspiel von Musikern und Besuchern geriet dermaßen angeregt, wie es für gewöhnlich nur dem Varieté widerfährt. Beim Blick in die Gästegesichter tat sich mitunter der Eindruck auf, dass das Publikum Zauberkünstler ins Visier genommen hätte. Soviel sprachloses Staunen hat die vom Kulturverein aufgelegte Reihe selten erlebt. Den Interpreten perlten die Tonfolgen allerdings auch derart flott von den Griffbrettern, als ob die 16 Saiten von Magierhänden in Schwingung versetzt worden wären.

„Stringtett“ fußt auf solidem Fundament. Achterholt studierte Klassische Gitarre an der Musikhochschule Münster, absolvierte Auftritte mit Jeanne Carroll, Angela Brown und Louisiana Red. Wendland stand mit dem Danny-Weiss-Ensemble auf der Bühne, war Gitarrist der Titi-Winterstein-Band. Bückmann, wie Achterhold „klassisch“ ausgebildet, begleitete Ute Lemper, Danny Weiss und Peter Janssens. „Stringtett“ beherrsche die Instrumente auf unnachahmliche Weise, hatte der als künstlerischer Leiter der „Momente“ fungierende Frank Suchland zu Beginn des Konzerts – zu Recht – festgestellt.

Den 13 Titel umfassenden Abend dominierten naturgemäß Kompositionen aus der Feder von Django Reinhardt. Das legendäre Kind einer französischen Zigeunerfamilie, das mit dem „Hot Club de France“ einst die Szene erhellte, lieferte mit „Djangos Tiger“, „Swing 42“ und „Tears“ den passenden Einstieg. Zwischendrin gab’s neben bemerkenswerten Eigenkompositionen („Suse Swing“, „In a quiet Moment“) Filmmusik („Mire Pral“), wenig Gespieltes von Tschavolo Schmitt („Bossa Dorado“) und David Grisman („Dawgma“) sowie einige Evergreens („Quando, Quando“, „Bei mir bist du schön“).

Den größten Einzelbeifall heimsten die behänden Akustik-Magiers unterdessen für ihre Auslegungen des Südamerika-Hits „Amorada“ und des Traditionals „Sweet Sue“ ein. Bereits bei „Amorada“, erst das fünfte Stück des gewieft gefertigten Programms, brauste der Applaus dermaßen temperamentvoll auf, als ginge es schon um die Erheischung einer Zugabe. Dass Achterholt zwischen den Titeln mit knacktrockener Ironie Details aus dem Musikerleben preisgab, tat der Hochkarätigkeit der Vorstellung keinen Abbruch. […]

Geballte Ladung Gypsy-Musik erklang im Foyer

WAZ Ausgabe Bochum 17. Juni 2008, Christian Dabrowski

Mit dem ‚Stringtett‘ beginnt eine Konzertreihe im Prinz Regent Theater. Publikum fordert mehr als nur eine Zugabe

[…]Eine geballte Ladung Gypsy-Musik erklang im Foyer, die das Trio mit allen Finessen ausformte. Von Anfang an kratzten die Gitarristen Achterholt und Wendland die typisch zigeunerischen Gitarrenrhythmen, die auch das charakteristische Merkmal jener Musik sind.

Angesichts der Saitenakrobatik beider Girarristen klärte sich die Frage, wie Django – der große Initiator dieses Jazz-Stils – wohl gespielt hätte, wenn er nicht einige seiner Finger verloren hätte!

Während sich die beiden abwechselnd melodische und dramatische Solo-Duelle im rasanten Gypsy-Tempo lieferten, spielte Bückmann die swingend jazzige Begleitung am Kontrabass, bevor er sich selbst von der Improvisation fortreißen ließ – sehr zur Freude der Zuschauer.

Das Trio zeigte wunderbar, was umherziehende Zigeuner Jahrhunderte lang erfolgreich gemacht haben: Sie spielten Musik des Volkes, in dessen Region sie sich gerade aufhielten und verbanden diese mit Elementen ihrer eigenen Musik.

Das Stringtett demonstrierte dies an einem Stück aus der brasilianischen Musik und verwandelte die heißen Latin-Rhythmen in fetzige Zigeunergrooves, die sie auf ihren Instrumenten klopften. […]

Das Publikum zeigte sich von der kraftvollen Musikalität durchweg begeistert und forderte folglich mehr als nur eine Zugabe, die sich die Gypsy-Swinger aber gerne abgewinnen ließen. Erfreulicher Auftakt einer neuen Reihe.

Caveau Weinbar Auftritt Stringtett, 26. April 2008

Tageszeitung Lüdenscheid (MS)

Monika Salzmann

Zwei Gitarren, ein Kontrabass, funkensprühender Gypsy-Jazz, Melancholie und übersprudelnde Lebensfreude: Auf hohen und tiefen Saiten frönte das ‚Stringtett‘ aus Münster/Bochum am Samstagabend in der Weinbar Caveau temperamentvollem Zigeunerjazz, sattem Blues, Valse Musette, Bossa Nova, Chanson und mehr.[…]Unter dem Motto ‚Swing the wine‘ brachten sie die Saiten zum Glühen.Handwerklich vom Feinsten war, was sie ihren Instrumenten an Gefülvollem, Lässigem, Traurigem und Heiteren entlockten. Mit wieselflinken Fingern brachten Rainer Achterholt und Volker Wendland an den Gitarren sowie Winfried Bückmann am Bass ihre Instrumente zum Klingen. Dass der Bass dabei gelegentlich zum Schlagzeug ‚mutierte‘, wenn sich Perkussionseinlagen anboten, machte das Vergnügen umso größer.

Einmal in seinem Element, war ‚Schlagzeuger‘ Volker Wendland, mit Besen ‚bewaffnet‘, nicht mehr zu bremsen und unterzog alles – Tische, Stühle, Gläser, Flaschen und Fußboden – einer rhythmischen Klangqualitätsprüfung. Köstlich!

Virtuos, charmant und spielfreudig stellte sich das Trio, das mit Titeln wie ‚All of me‘, ‚Tears‘, einem sentimentalen, melanchilischen Django Reinhardt-Stück, ‚Bei mir bist du schön, ‚Just a Gigolo‘ und prickelnden Eigenkompositionen zumeist aus der Feder von Rainer Achterholt (wunderschön, entspannt und relaxed: ‚At a quit moment‘) glänzte.

Virtuos ausgeschmückte Melodien, komplexe Strukturen, raffinierte Rhythmen und kühne Harmonien brachten die drei Vollblutmusiker die aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpften, launig swingend, lässig und locker ‚unter einen Hut‘.

Hot Club News

aktuelle Ausgabe

Das Trio Stringtett aus Münster hat mit dieser CD einen beachtlichen Erstling vorgelegt. Unterstützt von Winfried Bückmann am Baß swingen sich die beiden Gitarristen Volker Wendland und Rainer Achterholt durch höchst originelles Repertoire. Neben beachtenswerten Eigenkompositionen der beiden Gitarristen spielt das Trio bekannte aber wenig gespielte Hits von Tschavolo Schmitt oder David Grisman. Das traumhafte Zusammenspiel und die brillanten Soli des Trios machen diese Einspielung zu einem wahren Genuß. Gitarrenswing auf höchstem Niveau!

Dielenabend auf der Pfarrhaustenne Enniger am 19. Januar 2008

Die Glocke 21.01.2008, Dr.E.Gühne

„Stringtett“ versprüht mit Musik viel Vergnügen

Die Besucher der Dielenabende im Alten Pfarrhaus wissen es: Hier raucht nur der Schornstein. Aber es war am Samstag noch einiges mehr, was die zahlreichen Besucher nicht ganz in einen Jazzkeller der 40er oder 50er-Jahre versetzte.

Mit Sicherheit authentisch aber war die Musik, die das Trio „Stringtett“ an diesem Abend bot, denn die beiden Gitarristen Rainer Achterholt und Volker Wendland sowie Bassist Winfried Bückmann stammen zwar nicht aus der „Neuen Welt“, verstanden aber ihr Handwerk, und das war in diesem Falle die Seele des Jazz, der „Swing“. Ihr Herz schlug dabei ohne Zweifel für den legendären Gitarristen Django Reinhardt (1910 bis 1953), dieses Kind einer französischen Zigeunerfamilie, das mit seinem Quintett „Hot Club de France“ einst die Szene aufmischte und das kein Geringerer als Duke Ellington 1946 mit auf seine Amerika-Tournee nahm.

[…] Keine Schallplattenaufnahme kann den letzten Reiz einfangen, lebt doch diese weitgehend improvisierte Musik aus dem glücklichen Augenblick heraus. Aber solche spannenden Augenblicke gab es an diesem Abend immer wieder. Zu hören war immer wieder dieser „Django“, von „Just a gigolo“ bis zum „Swing forty two“. Der melancholische Hauch der Zigeunermusik war immer wieder spürbar, mehr aber noch der „Drive“ dieser Musik, die mit der Präzision eines Uhrwerks abläuft und jedem Instrument sein Solo zuschiebt, natürlich auch dem Kontrabass. Und wer da geglaubt haben sollte, dieser Tollpatsch des Orchesters sei keiner besonderen Virtuosität zugänglich, sah sich wenigstens im Falle von Winfried Bückmann getäuscht.

[…] Dann gab es aber auch noch Eigenkompositionen des Trios, gewissermaßen Selbstgestricktes, nach Art der Branche mit phantasievollen Titeln versehen, etwa „Die schöne Kellnerin“. Sie verrieten immer wieder, wie sehr man die Welt von „Django“ verinnerlicht hatte. Hin und wieder verwischten sich auch die Grenzen zum Schlager. […]

Na ja, Spaß muss sein. Dafür sorgten schon die mitunter leicht ironischen Kommentare von Rainer Achterholt: „Wir sind stolz, nicht in der überzahl zu sein!“ Spaß sicherte aber auch ein kleines Melodienraten zum Schluss. Zu gewinnen war eine CD, natürlich vom „Stringtett“. Hier gab es nur zwei Sieger.

Als Gewinner aber durften sich weit mehr Besucher fühlen, erlebten sie doch einen Abend, der im künstlerischen Sinne nicht tiefsinnig sein wollte, aber viel Vergnügen versprühte. Aber auch gute Unterhaltung ist bekanntlich nicht leicht. Dr. Ekkehard Gühne

Swing hoch drei

Münstersche Zeitung, 23.03.2007, Klaus-Peter Heß

[…] Die drei Münsteraner Winfried Bückmann, Rainer Achterholt und Volker Wendland haben den Gypsy-Jazz natürlich nicht erfunden, aber sie haben ihn sich zu eigen gemacht. Mit Respekt vor ihrem Vorbild Django Reinhardt und im Selbstbewußtsein ihres hohen Könnens. ‚Stringtett‘ heißt das nylonstarke Band-Projekt, ‚Stringtett‘ heißt der Name der ersten CD-Veröffentlichung des munteren Akustik-Trios. Zwei Gitarren, ein Kontrabass – ein akustisches Schmuckstück der Swing-Musik mit der abwechslungsreichen Titel-Mischung aus sechs von Achterholts Eigengewächsen, Klassikern wie ‚Mr.Sandman‘ und Wiederentdeckungen wie der Dabney/Mack-Komposition ‚Shine‘, die 1942 schon im Bogart-Film ‚Casablanca‘ erklang. […]

Doppelt beswingt in frühlingshaften Tag

Bramscher Nachrichten, 13.03.2007

[…] Das ‚Stringtett‘ garantierte vollendeten Musik-Genuss in gemütlicher Atmosphäre. Winfried Bückmann am Kontrabass und Rainer Achterholt sowie Volker Wendland an den Gitarren beherrschten ihre Instrumente perfekt. Virtuos und locker spielten die drei Vollblutmusiker in drei Sets auf und griffen dabei auf ein nahezu unerschöpfliches Repertoire an eigenen Stücken und Cover-Titeln zurück.[…]

Der musikalische Flieder blüht vehement im Biercafé

WAZ Bochum, 10.11.2006, Jörg Kolesza

So ähnlich muss es im Himmel sein: wunderbar beschwingte Klänge und lauter nette Leute in munterem Plausch […] Für diese Atmosphäre sorgte das Trio ‚Stingtett‘ mit lockerer Swingmusik. Die Musiker aus Münster und Bochum gastierten am Mittwochabend im kuscheligen Biercafé.[…]’Wenn der weiße Flieder wieder blüht‘ hat jeder schon mal gehört, nur mochte man die dröge Verpackung nicht. Aber eingehüllt in lateinamerikanische Rhythmen? Klasse! […]